Auf ein Wort

Liebe Leserin, lieber Leser,

Kinder verändern die Welt; mancher gestresste Erwachsene wird locker, gelöst und fröhlich, wenn er vor einem Neugeborenen steht. Jedes Kind, das geboren wird, ist ein Wunder und für die allermeisten Eltern ein Grund zur Freude und zur Dankbarkeit. Wir freuen uns über eine Geburtsanzeige in der Zeitung, eine liebevoll gestaltete Karte mit dem ersten Foto des Erdenbürgers oder sogar mit dem Abdruck seines Fußes. Jedes Kind, das geboren wird, ist ein greifbarer Hinweis auf den Schöpfergott, der Leben schenkt, Leben segnet und Leben erhält.

 

Gott sei Dank, dürfen wir in den Pfarrgemeinden unseres Pfarreienverbundes immer wieder Kinder taufen, das neue Leben begrüßen, das Wunder des Lebens feiern. Auf der anderen Seite schockiert es und macht wütend, wenn wir hören, wie häufig Kinder durch kirchliche Amtsträger in den letzten Jahrzehnten missbraucht wurden, wie Kindern größtes körperliches und seelisches Leid zugefügt wurde, Täter gedeckt und Opfer nicht gehört wurden.

Weihnachten, das Fest der Kinder, konfrontiert uns auch mit den vielen Leidensgeschichten von Kindern und mahnt, jedem Kind seine Würde zu sichern.
Kinder verändern die Welt. An Weihnachten begegnet uns Gott im Kind.
Der große Gott macht sich klein, um die Kleinen groß zu machen:
Ein Kind,  das Gotteskind, verändert die Welt: Jesus!
Brechen wir auf zum Krippenkind, um uns verändern zu lassen, um sensibler zu werden für unsere Kinder, für ihre Sorgen und Freuden, für ihre Verletzungen. Dann wird Weihnachten konkret.

Weihnachten wird konkret, wenn wir unsere manchmal zickigen und aufmüpfigen Kinder und Enkelkinder aus ganzem Herzen lieben, sie loben, mit ihnen lachen und mit ihnen weinen.Weihnachten wird konkret, wenn wir uns ehrlich mühen, mit unseren dementen Angehörigen zurechtzukommen, die sich zurückentwickeln auf die Stufe der Kinder und Zuwendung brauchen wie die Kinder.
Wenn wir selbst Hilfe annehmen können wie ein Kind, weil Alter und Gebrechen uns zu schaffen machen, dann sind wir dem hilfsbedürftigen Krippenkind ganz nahe, erst recht, wenn wir auch Themen nicht ausweichen wie Patientenverfügung, Organ-spende und das Lebensende nicht ausblenden.

Gerade das Lebensende lehrt uns, uns wie ein Kind hineinfallen zu lassen in ein Netz von Fürsorge und Zuwendung.

Kinder verändern die Welt. Wer sich vom Lächeln des Krippenkindes anstecken lässt, spürt, dass er selbst zeitlebens geliebtes Kind Gottes ist und für die Ewigkeit bestimmt ist.

Machen wir uns auf nach Bethlehem,  gehen wir  zum Kind  in der Krippe,  gehen wir ganz dicht heran, halten wir keinen Abstand, lassen wir uns beschenken von der

Freude am Leben, damit wir als Gotteskinder mithelfen, unsere Welt zum Guten zu verändern.

Frohe Weihnachten
Ihr
Thomas Catta

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