Auf ein Wort

Liebe Schwestern und Brüder von Bensheim,

wieder befinden wir uns in der närrischen Zeit. Wir sind umgeben von Luftschlangen und Ballons. Überall tönt uns das „Humba“ und das „Täterä“ entgegen. Musik und ausgelassene Stimmung beherrschen in den nächsten Wochen Fernseh- und Rundfunksendungen. Auch bei uns zieht die ausgelassene Stimmung ein, wenn wir rufen: „Bensem Eijo!“

 Es regnet Konfetti. Auf fast jeder Veranstaltung werden die bunten Papierschnipsel geworfen und sind aus den närrischen Tagen nicht mehr wegzudenken.

Das bunte Konfetti kann uns in dieser frohen Zeit auch ein Bild sein, ein Bild von unserem eigenen Leben. Ein Bild dafür, dass auch unser Leben, unsere Beziehungen und unsere Träume aus vielen kleinen bunten Teilen zusammengesetzt sind.

Erst zusammengefügt ergeben sie ein Bild, welches uns ganz zeigt. Doch oftmals konzentrieren wir uns zu sehr auf die einzelnen, kleinen Dinge unseres Lebens und verlieren dabei manchmal den Blick für das große Ganze. Wir trauern einem Stück Konfetti nach und übersehen das ganze Blatt Papier, den Rest unseres bunten Lebens.

 Vielleicht ist die Faschingszeit eine Zeit, in der wir unseren Blick einmal weiten können, in der wir einfach mal auf das große Ganze unseres Lebens blicken können. Die Faschingszeit ist dabei vor allem eine Zeit der Freude, eine Zeit also, in der wir vielleicht auch mit einem Schmunzeln einen humorvollen Blick wagen können.

Schon Paulus lädt uns dazu ein, auch einmal die Freude in den Vordergrund zu stellen und diese durchaus auch einmal als Spiegel für unser Leben zu nehmen. „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!“ (Phil 4,4), ruft er uns im Philipperbrief entgegen. Und wer sind wir, dass wir dem Apostel widersprechen könnten? So lade ich Sie dazu ein, Ihre Narrenkappe zu nehmen, sie aufzusetzen und dann einen närrischen Blick auf Ihr Leben zu werfen. Doch vergessen Sie dabei nicht, „Bensem Eijo!“ zu rufen.

Ihr
Daniel Kretsch

Kaplan in der Pfarrgruppe

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