Auf ein Wort

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Advent und Weihnachten, für viele die schönste Zeit des Jahres, in diesem Jahr sind die festlichen Zeiten freilich überschattet von jenem Virus, das seit Monaten das Geschehen beherrscht und auf allen Ebenen in Politik, Medien, Kirche und Gesellschaft die Themen dominiert; aber nicht nur das: Leben, Zukunft und Gemeinschaft von Menschen rund um den Erdball wurden zerstört oder bedroht. Trauer, Verlust, Angst, Verunsicherung und Isolation, Verschwörungstheorien und die Notwendigkeit, sich von anderen fernzuhalten, bestimmen diese Zeit. Der normale Alltag, die gewohnten Abläufe wurden komplett auf den Kopf gestellt. Ob das Virus verschwinden wird oder wir noch lange Zeit damit leben müssen, ist unter den Forschern umstritten.

Weihnachten werden wir nicht so ganz in diesem Jahr mit den uns lieb gewordenen Bräuchen und Ritualen feiern können. Das Festessen – Gänsebraten mit Kroketten und Rotkraut – das kann so bleiben. Doch außerhalb des Menüplans müssen sich viele auf Änderungen einstellen. Dass Menschen dicht an dicht auf Kirchenbänke gedrängt Gottesdienst und Krippenspiel verfolgen – daran ist in Zeiten einer weltweiten
Pandemie nicht zu denken. Und doch überlegen wir in den Gemeinden des Pfarreienverbundes, in welcher Art und Weise wir das Fest der Menschwerdung Gottes gestalten können, von Gottesdiensten im Freien mit viel frischer Luft, mit geöffneten Kirchen als Orte der Stille, mit Eucharistiefeiern mit den nötigen Abstands- Hygiene-regeln, mit Videobotschaften und Vorschlägen für Hausgottesdienste. In allem, was anders sein wird, steht fest: Gott kommt zu den Menschen; auch in diesem Jahr erleben wir den hellen Stern, von dem das Evangelium berichtet. Gerade jetzt brauchen wir Weihnachten als Fest des Lichtes.

Advent und Weihnachten sind allem Düsteren zum Trotz ein Grund zu Freude. Denn ein Kind kommt in die Krippe der Welt, um uns Hoffnung zu geben; wir sind nicht gottverlassen, uns ist eine gute Zukunft verheißen.

Um die Freude auf Weihnachten zu steigern, lege ich Ihnen eine kleine Übung ans Herz: Setzen Sie beim Lesen des unteren Textes bei „N“ stets Ihren eigenen Namen ein, machen Sie nach jedem Vers eine kleine Pause. Setzen Sie beim zweiten Lesen den Namen eines lieben Menschen ein und halten kurz inne. Dann kann Weihnachten werden.

N.- Du bist willkommen
N.- Du bist richtig so, wie du bist
N.- Du bist wertvoll
N.- Du bist lebenswert
N.- Du bist einmalig
N.- Schön, dass es dich gibt
N.- Du kannst Dich bei mir sicher fühlen
N.- Du kannst Dich auf mich verlassen

Ihr
Pfarrer Thomas Catta, St. Georg