Auf ein Wort

Liebe Leserinnen und Leser,

 inzwischen ist der Herbst da, es wird früher dunkel, die Ernte ist zum größten Teil eingebracht, in unserer Region ist der erste Sonntag im Oktober 

ERNTEDANK

Danken ist mit denken verwandt: es bedeutet etwas in Gedanken halten, sich einer Sache erinnern.

Die dunkleren Abende können Anlass sein zurückzublicken auf die letzten Tage, Wochen und Monate und dabei zu entdecken, wofür ich dankbar bin, wem ich etwas verdanke.

 ERINNERN

Vielleicht fallen mir zuerst die Menschen ein, denen ich das Leben verdanke. Die Eltern. Evtl. geht der Blick auf die Geschwister, mit denen ich aufgewachsen bin. Und die Menschen, die mir heute nahestehen, mich lieben und mich treu begleiten. Menschen, auf die ich mich verlassen kann.

Bei längerem Nachdenken kann ich an die Menschen über mein engeres Umfeld hinaus denken. Menschen, die ich gar nicht kenne, aber durch die Produkte, die sie hergestellt haben, verbunden bin. Menschen, die meine Kleidung nähten, das Brot backten oder das Getreide mahlten, ernteten und die Saat aussäten. Schnell sind Landesgrenzen übersprungen, und ich kann ahnen, mit Menschen weltweit verbunden zu sein. Mit Menschen, denen ich Gebrauchsgüter, Kleidung und Nahrung verdanke.

 STAUNEN

Im Blick auf das Wachsen der Saat, kann ich staunen über die Schönheit von allem, was lebt. Staunen, wie aus einem einzigen Korn eine volle Ähre wird, eine Pflanze, ein Baum und dann selbst wieder vielfältige Frucht hervorbringt, so dass Menschen, Tiere und andere Pflanzen davon leben können.

 WUNDER DES LEBENS

In diesem Moment kann ich staunen über das Wunder des Lebens und fühle mich aufgehoben und geborgen. Ich spüre eine große Dankbarkeit für Menschen, das Leben und die Schönheit des Kosmos.

Und ich empfinde Dankbarkeit hinter allem einen Sinn zu sehen, die Welt im Licht des Glaubens sehen zu können.

Des Glaubens, aus dem heraus ich mich angenommen und geliebt weiß und diese Liebe durch Menschen und die Wunder der Schöpfung erfahre.

Im Licht des Glaubens, der mir Vertrauen ins Leben und in die Zukunft schenkt. Dankbarkeit für den Glauben, der mir Kraft gibt, auch die Zumutungen des Lebens auszuhalten und Herausforderungen anzunehmen.

 Ihnen wünsche ich Zeit zum Erinnern, Denken und Danken. Möge Ihnen daraus Kraft, Zuversicht und das Vertrauen in Gottes unendliche Liebe erwachsen.

Ihr Christian Stamm

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